Die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim 1881-2006

„Hervorgerufen durch die mangelhaften Einrichtungen des Feuerlöschwesens und aufgrund der vielen Brandfälle wurde angeregt in hiesiger Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.“ So hieß es in der im Juni 1881 einberufenen Gründungsversammlung. Die Bürger sollten sich in den Dienst der edlen Sache stellen.

Es gab damals rund 250 Wohngebäude und 1.450 Einwohner zu schützen. Auch kannte man zu dieser Zeit noch keine Feuerversicherung und nicht einmal die „Brandkasse“, die heute zwangsweise jedes Grundstück versichert.

Das Gründungsprotokoll umfasste 33 Paragraphen und wurde von 64 Bürgern unterschrieben, die hierdurch gleichzeitig ihren Beitritt zur neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Ilvesheim erklärten. Zum Kommandanten wählte die Versammlung Georg Althaus.

Die ersten Mitglieder

An Geräte wurde eine Handspritze, die auf einem Pferdewagen montiert war, angeschafft. Diese bestand aus zwei im Tandemverfahren arbeitenden Kolbenpumpen, die über lange Ausleger von jeweils vier Männern in Auf- und Abbewegungen betrieben wurden. In der Mitte gab es einen Behälter in den die anderen Wehrmänner Wasser entweder aus einem Brunnen oder aus dem nahen Neckar zu füllen hatten. Ein kleiner kupferner „Windkessel“ erzeugte den Druck.

Sie fiel 1946 dem Materialmangel zum Opfer, als die Gemeinde für die Einrichtung von Flüchtlingswohnungen im heutigen Klee-Terrain Wasserarmaturen brauchte und dafür die bronzene Feuerwehrpumpe einschmolz.


Schlauchwagen und Spielmannszug
nach einer Übung

Ab dem Jahre 1883 wurde die Wehr von Josef Keil geführt, dem 1885 Peter Schmelcher folgte. Eine einheitliche Uniform, und dies weitgehend auf eigene Kosten, gab es erst ab dem Jahre 1888. Ein Auszug aus dem damaligen Protokoll besagt, „jeder Feuerwehrmann hat den Macherlohn mit RM 2,50 nebst Knöpfen und Einpass zu zahlen. Ferner hat jeder das Tuch zu zahlen, wenn uns kein Zuschuß von der Gemeinde gegeben wird.“

Zur Zeit der Feuerwehrgründung gab es noch kein Gerätehaus. Erst mit dem Ausbau des Rathauses in seiner ersten Form entstand im Hof ein kleiner Bau der später einen Turm zur Trocknung der Schläuche erhielt. IM JAHRE 1892 übernahm Georg Bischoff das Kommando bis 1912, also 20 Jahre lang. Ihm folgte Johann Lohnert.

Die Erstellung der Wasserleitung im Jahre 1912 machte eine Umstellung der Löschgeräte der Wehr erforderlich. So wurde zu der vorhandenen Saug- und Druckspritze eine kleinere Druckspritze, zwei Hydrantenwagen und Rettungsleitern angeschafft.


Gemeinschaftsübung mit
Seckenheim und Ladenburg

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Wehr - für eine Gemeinde wie Ilvesheim damals eine Sensation - eine mechanische Leiter, allerdings aus schwerem Eichenholz, aber doch schon 16 m hoch. Jeweils acht bis zehn Mann waren nötig, dieses schwere Gerät fortzubewegen.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung im Jahre 1923, wurde Philipp Hamann zum Kommandanten gewählt. Durch seine umsichtige und tatkräftige Auf bauarbeit, konnte die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim zum 40-jährigen Gründungsfest eine Mannschaftsstärke von 57 aktiven Feuerwehrmännern und 80 Mann als Hilfsmannschaft melden. Als Jubiläumsgeschenk der Gemeinde erhielt die Wehr 200 Reichsmark.

Hierauf folgte eine Zeit in der es große politische Veränderungen gab, die sich bis auf die Gemeindeebenen bemerkbar machten. Auch die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim blieb von diesen Ereignissen nicht verschont. Das 50-jährige Jubiläum fand im größeren Rahmen statt. Aus diesem Anlass tagte der Kreisfeuerwehrverband mit seiner Kreisdelegiertenversammlung in Ilvesheim. Höhepunkt des Festes waren die gemeinsame Übung der Wehren Mannheim-Seckenheim, Ladenburg und Ilvesheim in der Staatl. Blindenschule, dem früheren Hundheimischen Schloss, sowie der 1.500 Teilnehmer zählende Festzug.


Teilnahme an einem Festumzug (Schloßstraße
Ecke Ringstraße) etwa 1935

Das Reichsfeuerlöschgesetz vom 23. November 1938 beendete die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehren, so auch in Ilvesheim. Durch dieses Gesetz wurden die Feuerwehren eine Hilfseinheit der Polizei. Die Berufsfeuerwehr wurde mit „Feuerschutzpolizei“ bezeichnet, die Freiwillige Feuerwehr galt als „Technische Hilfspolizeitruppe“.

Noch vor dem zweiten Weltkrieg setzte dann im Zuge der allgemeinen Aufrüstung und den damals aktuellen „Luftschutzmaßnahmen“ eine weitere Erneuerung ein. Trotz der Wasserleitung wurden Feuerlöschbrunnen in der Ringstraße und im Schloss gebaut.

Die erste Motorspritze wurde 1938 angeschafft. Während des Krieges kamen dann zwei weitere Motorspritzen, ein Mannschaftswagen und zwei Schnelleinsatzfahrzeuge hinzu. Denn die Ilvesheimer Feuerwehr wurde damals stark im Mannheimer Bombenkrieg eingesetzt. Einige Nachteinsätze während des Krieges erstreckten sich sogar bis Darmstadt und Frankfurt. IM ORT selbst, waren Brände in der Mühle sowie an den von Bomben getroffenen Anwesen Westenfelder und Sigl, an der heutigen Heddesheimer Straße, zu bekämpfen. Von Verlusten in den beiden Weltkriegen blieb auch die Wehr nicht verschont. 16 Kameraden sind nicht wieder gekommen bzw. wurden vermisst.


Einsatz der TS 8

Nach dem Krieg

musste die Wehr neu aufgebaut werden, was sich recht schwierig gestaltete. Denn in diesen Notzeiten in denen jeder mit der Versorgung seiner eigenen Familie Probleme hatte, fanden sich nicht leicht Männer, die hierzu auch noch den Feuerlöschdienst versehen wollten.

Doch nach gemeinsamer Aufbauarbeit konnte am 01.10.1945 eine für Ilvesheim ausreichende Mannschaftsstärke von 55 Feuerwehrmännern gemeldet werden. In diesem Jahr trat aus Altersgründen Kommandant Philipp Hammann zurück. Er hatte die Wehr 22 Jahre geführt.

Sein Nachfolger wurde Johann Wagner. Unter seiner Führung erfolgte der weitere Wiederauf bau. Im Jahr 1951 wurde zu Ehren des noch einzig lebenden Gründers, Kamerad Michael Hildebrand, damals 92 Jahre alt, das 70-jährige Jubiläum gefeiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten waren der Festzug, sowie die aus diesem Anlass am 08.07.1951 stattgefundene Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes.

In den nachfolgenden Jahren verstand es das Kommando die Wehr durch etliche Neuzugänge stark zu verjüngen, und so für einen ausreichenden Nachwuchs an Feuerwehrmännern zu sorgen. Dieses Bemühen dankte die Gemeinde mit dem Bau eines Feuerwehrgerätehauses, das im Jahre 1958 eingeweiht werden konnte. Dieser, für damalige Zeiten modernen Bau, verfügte über zwei Fahrzeugboxen, einen Schulungsraum sowie einen Raum für das Deutsche Rote Kreuz und einen Waschraum.

Die Feuerwehr war hierauf sehr stolz, denn es war mit eines der ersten Feuerwehrgerätehaus- Neubauten nach dem zweiten Weltkrieg im Umkreis.


70 jähriges Juniläum, Schloßstraße

Im Jahre 1957 wechselte das Kommando von Johann Wagner auf Artur Müller, diesem folgte ab 1959 Johann Bühler. Eine weitere technisch verbesserte Ausrüstung erfuhr die Wehr durch die Anschaffung eines TLF 16 im Jahre 1960, damals für eine Gemeinde wie Ilvesheim eine Sensation. Im gleichen Jahr übernahm Kommandant Friedrich Keilbach die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Ilvesheim. Der über 20 Jahre im Dienst gestandene Motorspritzenwagen wurde durch die Anschaffung eines LF 8, Marke Daimler-Benz 319 mit einer Metz Vorbaupumpe im Jahr 1963 abgelöst.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde eine TS 8/8 angeschafft. Mithin standen der Wehr zwei Feuerwehrfahrzeuge und ein Tragkraftspritzenanhänger zur Verfügung. Im Rahmen der 1966 stattgefundenen 1200 Jahrfeier der Gemeinde, konnte die Wehr auf ihr 85-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass wurde der Wehr die neu gefertigte Fahne übergeben.

Eine weitere Modernisierung kam im Jahre 1970 durch die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges Typ VW. Hierdurch wurde die Wehr beweglicher, denn zur Fortbewegung des Tragkraftspritzenanhängers war immer ein Löschfahrzeug gebunden. Dieser konnte nun abgeschafft werden.

Gründung der Jugendfeuerwehr

In das gleiche Jahr viel die Gründung der Jugendfeuerwehr Ilvesheim als Nachwuchsorganisation der Freiwilligen Feuerwehr Ilvesheim. Bis zu diesem Zeitpunkt war es lediglich möglich junge Männer ab dem 18. Lebensjahr in die Feuerwehr aufzunehmen. Jüngere, interessierte Bewerber mussten unter Hinweis auf die geltenden Vorschriften bis zur Erreichung dieser Altersgrenze zurückgewiesen werden.


Einweihung des TSF (1960)

Zwecks besserer Alarmierung der Wehr, aber auch um die einzelnen, sich im Einsatz befindlichen Gruppen gezielter führen zu können, wurde die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim im Jahre 1972 mit Funk ausgestattet. In der ersten Phase wurden eine Feststation FuG 7b, zwei Fahrzeugstationen FuG 7b, drei Handsprechfunkgeräte und 13 Funkmeldeempfänger angeschafft. Der weitere Ausbau erfolgte in den folgenden Jahren, so dass heute jedes Fahrzeug mit Funk ausgerüstet ist.

Anlässlich der Weihnachtsaktion 1975 des BdS-Gewerbeverein Ilvesheim wurde von diesem Verband der Wehr ein Mannschaftstransportwagen übergeben. Der Gewerbeverein verzichtete in diesem Jahr auf die sonst übliche Verteilung von kleinen Geschenken zu Weihnachten an die Kunden in den dem Gewerbeverein angeschlossenen Geschäften, zu Gunsten dieser anerkennenden Aktion.


Übergabe TSF durch
BürgermeisterOtto Trapp an
Kommandant Friedrich Keilbach

Das neue Gerätehaus

Durch die notwendige Erweiterung der Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Ilvesheim, war der vorhandene Platz im Feuerwehrgerätehaus bald aufgebraucht. Auch konnte durch eine erfreuliche Personalzunahme eine geordnete Schulung der Feuerwehrmänner im vorhandenen Schulungsraum nicht mehr zur Zufriedenheit durchgeführt werden. Zur Abhaltung von Versammlungen musste die Wehr daher schon längst auf die im Ort vorhandenen Wirtschaftssäle ausweichen.

Aus diesem Grund wandte sich im Jahr 1971 das Kommando an die Gemeinde mit dem Wunsch auf Planung und Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Infolge der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde sowie anderer, dringenderer Baumaßnahmen musste dieses Projekt öfters zurückgestellt werden. Doch am 1. Juni 1979 war es soweit, der Grundstein zum neuen Feuerwehrgerätehaus an der Ecke Mühlenweg / Kanzelbachstraße konnte gelegt werden. Die Einweihung erfolgte am 09.05.1981.


Altes Gerätehaus neben Rathaus

Das Gebäude umfasst eine Fahrzeughalle mit vier Durchfahrten, eine Funkzentrale, Einrichtungen für die Schlauchwäsche und -pflege, Lagerräume, die erforderlichen Sanitäranlagen, ein Sitzungszimmer für den Feuerwehrausschuss, ein Kommandantenzimmer, einen Schulungsraum mit Küche und eine Wohnung.

Insbesondere durch den Schulungsraum wurde die Wehr in die Lage versetzt, die theoretische Ausbildung noch intensiver zu gestalten, Versammlungen der Aktiven- und der Jugendfeuerwehr abzuhalten und den Schlussbesprechungen der Jahreshauptübungen einen ansprechenden Rahmen zu geben, an denen der Ehrenbürger unserer Gemeinde, Dr. Heinrich Vetter, bis zu seinem Tode, gerne Teilnahm.


Neues Gerätehaus 1981 (Mühlenweg)

Durch dieses Gebäude war es nunmehr auch möglich jährlich einen Tag der offenen Tür abzuhalten und am Jugendferienprogramm der Gemeinde teilzunehmen.

Im Jubiläumsjahr 1981 beschaffte die Gemeinde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16, und ebenfalls zum Jubiläum wurde für die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim von der Bezirkssparkasse Weinheim ein Mannschaftstransportwagen und von der Volksbank Seckenheim ein Rettungssatz, bestehend aus Rettungsschere, Spreizer und Aggregat gespendet.

Gefeiert wurde vom 26. – 29.06.1981 in Form eines Ilvesheimer Abends unter Beteiligung der örtlichen Vereine sowie eines Galabends, u.a. mit Freddy Breck. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Festumzugs mit 50 Wehren aus Nordbaden, Hessen und Rheinland-Pfalz, darunter 24 Spielamanns-, Fanfaren- und Musikzüge. Schirmherr des Festes war der damalige Bürgermeister Otto Trapp; als Festpräsident fungierte Franz Schmieder, Inhaber der Ilvesheimer Baufirma Klee KG. Umrahmt wurde die Feierlichkeit weiterhin von den Festdamen Sonja Bühler, Annemarie Klose und Helga Löber. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete ein Festball.

1985 ging eine Feuerwehrära zu Ende. Nach entsprechender Ankündigung im Vorjahr, kandidierte Friedrich Keilbach bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr für das Amt des Feuerwehrkommandanten. Zu seinem Nachfolger wurde Eugen Rödel gewählt.

Anlässlich der offiziellen Verabschiedung blickte Bürgermeister Trapp auf die 25-jährige Amtszeit von Friedrich Keilbach zurück. Er erinnerte an Geschehnisse, wie Gründung der Jugendfeuerwehr, Erneuerung der Fuhrparks durch Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges, sowie der Löschgruppenfahrzeuge LF 8 und LF 16 und eines Kommandowagens; wobei der Neubau des Feuerwehrgerätehauses besonders herausgehoben wurde. Aufgrund dieser zahlreichen Verdienste hat die Gemeinde ihn zum Ehrenkommandant ernannt. Von Seiten des Innenministeriums wurde Friedrich Keilbach durch Landesbranddirektor Schäfer die höchste Auszeichnung Baden-Württembergs für Feuerwehrangehörige, das „Ehrenzeichen der Sonderstufe“, überreicht.


Kameraden zur Zeit des 100 jährigen Jubiläums

Mehr Sicherheit für Ilvesheim

Bereits in frühen Jahren wurde vom Kommando der Wehr das Fehlen einer Drehleiter als Rettungsgeräte sowie zur Durchführung einer effektiven Brandbekämpfung in oberen Stockwerken bemängelt. Im Jahr 1985 war es dann endlich soweit, die Gemeinde konnte die gebrauchte Drehleiter DL 22 der Stadt Ladenburg zum Preis von 30.000 DM erwerben, da diese ein Neugerät DL 30 beschafft hatte.

In den folgenden Jahren sind neben den üblichen kleineren Einsätzen, die beiden Großbrände der Fa. BÄKO in Neckarhausen und bei Grünzweig + Hartmann in Ladenburg im Jahr 1987 zu erwähnen, bei denen die Ilvesheimer Wehr zusammen mit den Kameraden des Unterkreises Ladenburg eingesetzt waren.

Auf Anregung von Kommandant Rödel erfolgte im Jahr 1988 die Ersatzbeschaffung für den reparaturanfälligen Mannschaftstransportwagen.

Erstmals zur Jahreshauptübung im Jahr 1990 konnte eine Feuerwehrabordnung aus Hermsdorf bei Dresden unter der Leitung von Kommandant Karlheinz Knobel begrüßt werden. Bereits in den 50er Jahren hatte es lose Kontakte zwischen den beiden Wehren gegeben, die politische Großwetterlage setzte dieser Verbindung dann allerdings ein jähes Ende. Nach Untergang des „Eisernen-Vorhangs“ wurden diese Kontakte wieder aufleben lassen.


Erste Übung mit der neuen Drehleiter

Im Jahr 1991 wurde unser Kamerad Bernhard Metz, der bereits in der Jugendfeuerwehr aktiv tätig war, zum Priester geweiht. Für die Angehörigen der Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim war es natürlich eine Ehrenpflicht an der Primizfeier teilzunehmen. Infolge der im gleichen Jahr stattgefundenen Bürgermeisterwahl, bekam die Wehr einen neuen obersten Dienstherrn, Herrn Roland Esche.

Zum Thema Frauen in der Feuerwehr ist zu berichten, dass bereits im Jahr 1991 eine aktive Feuerwehrfrau in die Männerdomäne vorgedrungen ist und auch voll akzeptiert und kameradschaftlich aufgenommen wurde. Mittlerweile versehen drei Kameradinnen ihren Dienst in der aktiven Wehr.

Die nachfolgenden Jahre waren geprägt durch Erneuerungen im Bereich des Fuhrparks. So wurde der Wehr im Jahr 1994 ein neuer Einsatzleitwagen, basierend auf einem MB Fahrgestell D 100, übergeben. Neben der üblichen Kommunikationsausrüstung verfügt dieses Fahrzeug über ein Hochdach sowie einen Arbeitstisch und kann daher vor Ort, neben seiner Eigenschaft als Führungsfahrzeug, auch als kleiner Besprechungsraum genutzt werden.

Im selben Jahr wurde das inzwischen 24 Jahre alte Tanklöschfahrzeug durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 ersetzt. Dieses Fahrzeug beinhaltete zu diesem Zeitpunkt die neueste Feuerlöschtechnik und verfügt u.a. über einen 1.200 l Wassertank, eine Hochdruckpumpe und einen Lichtmast. Ebenfalls noch im gleichen Jahr konnte die Wehr ein Mehrzweckboot in Empfang nehmen. Dieses Boot, ausgerüstet mit einem Jet-Antrieb, ist auch für den Einsatz in Flachgewässern geeignet.

Nach 10-jähriger Tätigkeit als Feuerwehrkommandant stellte sich der bisherige Amtsinhaber Eugen Rödel anlässlich der Jahreshauptversammlung im Jahr 1995 nicht wieder zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wählten die aktiven Angehörigen der Wehr seinen bisherigen Stellvertreter Franz Seemann. Zum neuen stellvertretenden Kommandanten wurde Volker Fleischhacker berufen. Ebenso stellte sich Karlheinz Schaaf, der der Wehr 28 Jahre als Kassier diente, nicht wieder zur Wahl.

Als späktakulerster Einsatz der letzten Jahren sind der Selbstmordversuch eines jungen Mannes zu nennen, der auf den neben dem Feuerwehrgerätehaus stehenden Mobilfunkmast kletterte und drohte herab zu springen. Hier war neben der Ilvesheimer Wehr auch die Berufsfeuerwehr Mannheim und die FF Neckarhausen, jeweils mit Sprungretter, im Einsatz. Ebenfalls zu erwähnen ist die Notlandung eines Hubschraubers im Bereich „Mahrgrund“ und der Wohnhausbrand in der Verbindungsstraße.

Unter der Führung von Kommandant Franz Seemann erfolgte der weitere technische Ausbau der Wehr; wobei jedoch die gesellschaftlichen Ereignisse, wie Ausflug, Familientag und Kurzreisen, ebenfalls nicht zu kurz kamen.

Im Jahr 2005 übergab Franz Seemann, der für eine weitere Kandidatur nicht wieder zur Verfügung stand, und nach entsprechender Wahl in der Jahreshauptversammlung, die Führung der Wehr an Roy Bergdoll, der diese zusammen mit seinem Stellvertreter Thorsten Adelmann in das Jubiläumsjahr 2006 führte. Heute leitet Kommandant Roy Bergdoll zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Ralph Rudolph die Freiwillige Feuerwehr Ilvesheim.

 


 

Wahlspruch der Feuerwehr:
Gott zur Ehr’,
dem nächsten
zur Wehr.

Einer für alle,
alle für einen.



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